Bequemlichkeit kommt vor Naturschutz

Viele denken jetzt wahrscheinlich „Nein, nicht schon wieder dieses Thema“. Doch schon wieder, denn zwei Dinge brennen mir seit der Allerhalligen Cruise 2012 auf der Seele (Habe ich überhaupt noch eine? Ok, ganz anderes Thema 😀 ).
Wer sich nun denkt „Mir doch scheiss egal“, liest am besten nicht weiter.

Wie ich in meinem kleinen Rückblick bereits schrieb, gab es bei der Allerhalligen Cruise 2012 einen kleinen faden Beigeschmack. Eigentlich ist es doch so, dass wir als Geocacher die Natur genießen möchten. Ebenso hört und liest man immer wieder, dass wir die Natur schützen und nicht zerstören wollen. Selbst Alex Schweigert sprach noch über die Lautsprecheranlage der Adler-Express über genau dieses.
Kommen wir nun aber zum Thema, warum ich überhaupt diesen Beitrag verfasse. Kaum war die Adler-Express festgemacht, strömten die Teilnehmer aus. U.a. gab es in direkter Nähe ein Earthcache und auf dem Weg dorthin zwei Tradis.
Um die Problematik bildlich darzustellen, habe ich einen Screenshot angefertigt.

Screenshot

Hat man den Leuchtturm Hörnum passiert, gelang man direkt zum 1. Tradi. Um nun zum Earthcache zu gelangen, musste man einen „Umweg“ von ca. 800m in Kauf nehmen, zumindest wenn man die Natur schützen möchte. Ich habe diesen Weg grün eingefärbt. Der gelbe Weg verlief durch die Dünen und war sogar noch als offizieller Wanderweg in vielen Topo-Karten eingezeichnet. Aber auch hier landete man spätestens am grünen Weg vor einem Zaun. Also hat sich in der Zwischenzeit etwas getan und die Topo-Karten scheinen nicht ganz aktuell zu sein. Da kann man ja evtl. noch drüber weg sehen.
Was meiner Meinung nach nun aber gar nicht geht, ist der direkte Weg durch die Dünen zum Wanderweg, den ich hier mal rot gekennzeichnet habe. Man hat viele Leute gesehen, die aus dem Busch hervorkamen und schön direkt durch Flora und Fauna gewandert sind. Da habe ich absolut kein Verständnis für.

Naturschutzgebiet © Backdraft007

Und nun das Zweite, was meiner Meinung nach ein absolutes NoGo ist, ist das Verlassen der Wege, weil die Weg zu unbehaglich sind. Folgendes hat sich abgespielt. Der Wanderweg zwischen den beiden blauen Punkten war teilweise komplett versandet. Natürlich läuft es sich auf weichem Sand nicht so toll. Und ja, der Sand sammelt sich sogar in den Schuhen. Aber ist das ein Grund, die Wege zu verlassen? Sogar über Zäune zu steigen, um bewusst auf geschützten Bereichen zu laufen? Natürlich gab es da schon Pattwege, weil nicht nur Geocacher diese Chance nutzten. Aber selbst die Schilder „Dies ist kein Gehweg!“ wurden frech ignoriert. Hat man die Leute darauf angesprochen, gab es eher die „Ich habe gar nichts gehört“-Reaktion.

Diese beiden Punkte sind mir leider,  bzw. sind es immer noch, sauer aufgestoßen.
Und wie es immer so schön heißt: Wem der Schuh passt, der soll ihn sich anziehen.

Ich kann mit Kritik sehr gut leben, aber auf Kommentare wie: „So was muss man doch nicht veröffentlichen“ kann ich gut und gerne verzichten. Denn wenn ich es nicht für nötig gehalten hätte, würde es diesen Artikel nicht geben. 😉

Kommentar hinzufügen »5 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Um mal den Kaiser (nicht den des Fußballs sondern den Gaius J.) abgewandelt zu zitieren: Auch ich, mein Sohn Brutus?
    Ja, ich war leider einer derjenigen, der neben dem Sandweg gelaufen sind. 🙁
    Dafür gibt es keine Entschuldigung und schon garkeine Rechtfertigung!
    Aber eins habe ich daraus gelernt: mein schlechtes Gewissen lässt mich seitdem noch viel mehr auf den „rechten Weg“ achten!

    P.S.: Wer den Weg quer durch das NSG genommen hat, dem ist ein schönen verwunschener „Märchenwald“ mit einem tollen Weg durch die Lappen gegangen 🙂

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  2. Das unnötige Verlassen der Wege ist für mich auch ein NoGo, vorallem in ausgewiesenen Schutzzonen. Und so etwas muß angesprochen werden, daher finde ich Deinen Beitrag klasse. Viele sind sich der möglichen Auswirkungen schlicht nicht bewußt, gerade in Dünenbereichen wo man schon mit einzelnen Fußtritten die über mehrere Jahre gewachsene Vegetation nachhaltig zerstören kann, wass dann wiederum zu einer hörheren Errosion führt und damit zu weiteren schäden.

    Nicht wenige Cacher investieren Unsummen in GPS-Geräte und Kartenmaterial, um sich dann nicht an die dort aufgezeigten Wege zu halten.

    Ein Umweg von 800m bedeutet gerade einmal 8-10 Minuten mehr Zeitaufwand. Die Diskussion mit einem Landschaftswart (Jäger, Förster,…) können sich bei solchen Vergehen schon mal über ein Vielfaches der Zeit hinziehen.

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  3. Wenn das so war – was ich nicht in Frage stellen möchte: Wirklich traurig. Ich war mit auf der Tour – habe mir aber alles was mit Cachen / Loggen an dem Tag zusammen hing doch sehr genau überlegt. Und gerade nicht mehr diese Ziele angesteuert, sondern lieber „so“ einen kleinen Spaziergang gemacht. Bei mir war´s dann nur noch eine kl. Runde in dem Wäldchen hinterm Leuchtturm -sogar ohne den Tradi. Mir war einfach wichtig, mir im Spiegel anschliessend noch ins Gesicht schauen zu können … Wenn solche „Massen“ einfallen, dann ist das sowieso nicht mehr „DAS Cachen“, so wie ich es für mich als gut erachte.
    Aber die TOUR an sich war einfach nur genial! Really enjoyed it! Thx, Alex + Orga!

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  4. Hallo,

    leider sind die meisten so. Umwege sind für andere aber ich darf das. Ist das selbe wie die weggeworfenen Papierchen und Flaschen, Voll tragen geht aber leer sind sie dann zu schwer.

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  5. Ja, da fehlten einem wirklich die Worte!!! Schön das du das Thema mal aufgegriffen hast. Ich hab ja nochmal ein ganz andere „Verbindung“ zur Insel. DANKE! 😉

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