65 T5er, jetzt noch ein Kletterkurs?

Derzeit stehen 65 T5-Caches auf meiner Liste der erfolgreich geloggten Caches. Natürlich waren nicht alle 65 Caches reine Kletter-Caches. Von Anfang an stand fest, einen Kletterkurs zu besuchen, nur die Frage welchen bzw. wo stand noch aus. Seit dem ersten Kletter-T5 war nun ein Jahr vergangen und man hat eine Menge Erfahrung gesammelt. Jetzt noch einen Kletterkurs besuchen?Ja! Da die Ausrüstungsgegenstände fast ausschließlich im Shop der KSE (Kletter-Spezial-Einheit) bestellt wurden, wurde auch dort ein Kletterkurs gebucht. Ich war mir irgendwie ziemlich sicher, dass die Berufskletterschule bei uns in der Nähe ist. Ok, da habe ich irgendwas anderes im Kopf gehabt, denn 266 km Fahrstrecke ist vielleicht nicht mal eben erreicht. 😉 Aber dazu später mehr.

Am 27.07.2012 ging es mit vier Leuten los in Richtung Bad Soden-Salmünster, um dort in einer kleinen Pension zu übernachten. Man möchte am Tag des Kletterkurses ja fit sein. Am folgenden Tag begann der Kletterkurs um 8 Uhr in der Berufskletterschule der KSE. Nach einer freundlichen und lockeren Begrüßung, durch den Trainer Andy (selbst auch Geocacher) startete der Kurs, natürlich mit ein wenig Theorie. Das gehört auf jeden Fall dazu und hat schon den ein oder anderen Aha-Effekt bereitet. Natürlich kannte man schon viele Knoten, sowie deren Vor- und Nachteile. Aber hier lernten wir gleich zwei neue Knoten, die mir bis dato noch nicht bekannt waren (werden bei der Feuerwehr halt nicht eingesetzt :D)

Verfolgen der Demonstration

Verfolgen der Demonstration

Anschließend ging es an die Seile. Auch hier gab es natürlich erst einmal eine kurze Einweisung in die Gerätschaften. Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) Gurt, Helm etc. Die Ausrüstung wird komplett gestellt, wobei es aber auch möglich ist, mit seiner eigenen Ausrüstung zu klettern. Dies sollte man aber zuvor abklären, denn nicht jeder Gurt eignet sich zum Klettern.
Nachdem die Handsteigklemme (HSK) mit Fußschlaufe, das Petzl I’D und der Petzl ASAPerklärt waren, ging es an den Seilen nach oben. Jetzt konnte jeder erst mal ausgiebig testen und sich mit den Gerätschaften vertraut machen. Anschließend wurde mittels Bruststeigklemme (BSK) aufgestiegen und zum Abseilen auf den I’D umgebaut. Unser Trainer Andy war jederzeit da und hat offenstehende Fragen sofort beantwortet bzw. gleich praktisch gezeigt.

Rettung einer Person

Rettung einer Person

Nachdem nun jeder mit diesen beiden Varianten vertraut war, ging es darum, wie ich eine hilflose Person im Seil, sicher und zügig nach unten bekomme. Andy führte uns die Rettungsaktion erst einmal vor. Für einen Routinier sah das Ganze natürlich schnell, dynamisch und professionell aus. Hier hilft nur eins: Üben, üben, üben!

Bis hierhin hat sich der Kletterkurs für mich schon absolut gelohnt, aber zu Ende war der Tag noch nicht.

Hubschrauberausstieg

Hubschrauberausstieg

Es geht ja nun nicht immer an irgendwelchen Bäumen hoch, sondern hier und da steht schon mal ein „Abseiler“ auf dem Plan. Also wurde auch der sogenannte „Hubschrauberausstieg“ geübt. Nachdem man seinen inneren Schweinehund überwunden hatte, ging es mit viel Spaß hinab. 😀
Weiter ging es mit verschiedenen Möglichkeiten, dass Tragseil einzubauen. Hier hilft schon die richtige Variante des Seileinbaus, um eine hilflose Person im Seil abzulassen. Dazu kamen diverse Varianten, wie man den Anschlagpunkt umbauen kann, um eine Person im Seil abzulassen. Ein sehr interessanter und meiner Meinung nach wichtiger Punkt, denn nicht überall hat man die Möglichkeit, dass Seil passend einzubauen.
Zwischendurch wurden einem viele Variationen von Abseil-, Sicherungs- und Aufstiegsgeräten gezeigt. Ausprobieren hätten man sie auch können, wollte aber irgendwie niemand. Hätte wahrscheinlich anders ausgesehen, wenn Andy nichts von den negativen Eigenschaften gezeigt bzw. erzählt hätte. 😉

Sissy-Cacher

Sissy-Cacher

Zu guter Letzt gab es noch ein kleines Highlight für die Sissy-Cacher unter uns. Wir hatten die Möglichkeit den ACC Mark II Power Ascender von ActSafe auszuprobieren. Der Auf- und Abstieg ist zwar gigantisch einfach, aber auch der Anschaffungspreis ist gigantisch.

Als Abschluss gab es ein Zertifikat und noch nette Gespräche. Zudem hatten wir noch die Möglichkeit, im Shop der KSE einzukaufen.

Zusammenfassend noch ein kleines Fazit:
Der Kletterkurs hat mich absolut überzeugt und kann ihn jedem einfach nur empfehlen, auch wenn man schon Erfahrung in Wald und Wiese gesammelt hat. Vor allem hat mich das Preis/Leistungsverhältnis in Punkto Inhalt und Qualität überzeugt. Worauf man achten sollte, dass bei dem Kletterkurs direkt die Rettung mit angeboten wird. In manchen KLetterkursen muss man erst Teil 1 absolvieren, damit man den Teil 2 (der Rettung enthält) machen kann. Für mich persönlich ein NoGo.
Und genau aus diesem Gründen waren mir die 266 km Anfahrt am Ende des Tages auch völlig egal.

Ich möchte mich hier nochmal beim Team der KSE für den äußerst interessanten und lehrreichen Tag bedanken. Insbesondere geht der Dank an unseren Trainer Andy. Teil 2 des Kletterkurses wird definitiv nächstes Jahr folgen, worauf ich mich schon sehr freue. 😉

Fotos: MK

Kommentar hinzufügen »10 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Soso, bloggen tut ihr auch noch darüber. Viele Grüße von dem anderen Teil der Truppe von besagtem Ausbildungstag, bei der Gelegenheit kann ich euch ja nochmal Geohashing (geohashing.org) ans Herz legen 😀

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  2. wir werden nächstes jahr auch einen oder sogar zwei kurse belegen.

    mal schauen was wir noch lernen….nach 400 t5ern.

    glg

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  3. nach 65….besser spät als nie fällt mir dazu ein 😉

    Ich hatte damals zuerst einen 1-Tages-Kurs für Geocacher in Trier gemacht, bei Viking-Adventures.
    Dann mit einigen erfahrenen Kletterern viele T5er und letztes Jahr dann als ich Zeit dafür hatte gab es dann als Krönung des Ganzen einen Baumkletterkurs SKT-A der Baumkletterschule und den SZT Level 1 der KSE (auch mit Andy als Trainer).
    Und ich habe in JEDEM Kurs viele sehr nützliche Sachen dazu gelernt, trotz mittlerweile über 150 T5er auf der Statistikseite…..

    Also: Kurs ist eigentlich für jeden zu empfehlen, auch wenn es eher früher als später sein sollte…..

    just my 2 cents 😉

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  4. Ein netter Beitrag. Etwas schade finde ich das die KSE immer noch zu sehr auf dem Pfad der Berufskletterer wandelt. ID und ASAP sind imho für´s Geocaching nur begrenzt einsetzbar.

    Zum Thema Kurs nach über 60 T5er. Ich finde es wichtig immer wieder sein eigenes Handeln im Seil zu hinterfragen. Am besten kann das ein externer Beobachter. Daher ist ein Kurs, mit angepassten Niveau auch nach 100 oder 500 T5er sinnvoll.

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    • Hallo SkyTrain,
      meinst Du jetzt ASAP speziell oder generell Sicherungseil mit mitlaufendem Sicherungsgerät?
      Bei zweiterem ist das wohl bei jedem Kletterkurs-Anbiter so, oder?

      Grüße
      Chris

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    • „ID und ASAP sind imho für´s Geocaching nur begrenzt einsetzbar“?

      Für mich sind beide Geräte die Nr.1, auch beim Geocachen

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    • Ich denke ASAP dürfte versicherungstechnisch fast schon zum Pflichtprogramm gehören. Und die Kurse der Industriekletterer beinhalten meist auch das Thema Rettung. Da braucht man dann auch ein ID oder etwas, was als zugelassenes Gesamtgewicht die Summe beider Kletterer tragen darf. Nach unserem Kurs mit Rettung haben wir zu unserem bereits bestehenden http://www.aliens-outdoor.de/A-B-Abseilgeraet::487.html ein zweites gekauft, weil es für 300kg und 2 Personen zugelassen ist.

      Wenn da jemand mit seinem grigri2 während des Kurses bei der Rettungsübung einen Absturz verursacht, dann dürfte das weder als professioneller Kurs gelten, noch versicherungstechnisch abgedeckt sein.

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  5. Man kann die Überschrift leider auch aus einer anderen Richtung sehen.

    Sicherlich kann man den Kletter-Profis nicht das Recht absprechen, nach mehreren Dutzend Kletter-Caches noch mal einen Kletter-Kurs zu besuchen und das scheint auch Usus zu sein, ist aber für echte Anfänger fatal.

    Ich war vor ca. 2 Jahren als einziger Anfänger auf einem Kletterkurs für Anfänger. Dies war ein ziemliches Frust-Erlebnis. Während die Profis mit Unterstützung des Ausbilders munter kopfüber in den Bäumen kletterten, Seilbahnen bauten, sich gegenseitig retteten usw., war nur wenig Zeit, um mir die grundsätzliche Technik zu vermitteln. Als ich es dann schaffte, einen halben Meter über dem Boden zu hängen, war der Kurs dann vorbei.

    Richtige Erfolgserlebnisse hatte ich dann später durch Unterstützung von Cacher-Bekannten, wobei ich mich noch lange nicht als Profi sehen würde und aus vorübergehenden gesundheitlichen Gründen im Moment auch nicht klettern kann.

    Naja, wenn es irgendwann mal richtig klappt, kann ich ja vielleicht noch mal in einen Anfängerkurs gehen… 😉

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    • Hallo baer,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Stimmt natürlich. Aus der Erfahrung her eher kontraproduktiv. Das liegt aber meiner Meinung nach am Trainer. Wenn der sich vorher einmal einen Kenntnisstand der Teilnehmer einholt, sollt er sich darauf einstellen.

      Grüße
      Chris

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      • Ich kann mich da der Meinung, dass das mitunter am Trainer liegt anschließen.

        Angefangen habe ich mit einem Kurs bei http://www.geoclimbing.de . Robert (der Trainer) ist selbst aktiver Geocacher und legt sein Hauptaugenmerk auf die Anfängerthemen und nimmt sich da Zeit.

        Später kamen dann die Themen Rettung, Sicherheit, Physikalische Theorie, etc und da sind wir dann an Industriekletterer und -ausbilder gegangen, da die einfach näher an dem Thema sind und haben uns dann bei http://www.t5-kletterkurs.de dies in einem Kurs vermittlen lassen. Auch hier war das Zielpublikum Anfänger und auch dafür aufbereitet.

        Bei beiden Kursen waren die Trainer auf das Zielpublikum und deren Wünsche/Bedürfnisse abgestimmt. Natürlich können nicht alle Themen und alle Wissensstände zu 100% bedient werden. Aber dafür bieten dann gute Kursanbieter auch separate Kurse oder Workshops an.

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